FFw Dechow

Am 12. Dezember 1945 war es , als ein Umsiedlertransport in dem fast verlassenen Dorf Einzug hielt . Nebliges und naßkaltes Wetter hatten die Straßen und Wege zu einer Eisbahn werden lassen. 40 Familien aus Berzdorf in der CSSR waren es, die in Dechow eine neue Heimat fanden.

Aber statt warmer Stuben und Licht zum Empfang der Umsiedler fanden sie Häuser ohne Türen und Fenster. Alles hatten die vorherigen Besitzer mitgenommen oder zerschlagen .

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Auch auf dem Gebiet des Brandschutzes fanden die Neuankömmlinge nicht mehr viel Gutes vor .Von dem einstigen Gerätehaus mit Schlauchturm war nicht mehr viel übrig . Die Tore fehlten und der Schlauchturm war zerstört.

Obwohl die Umsiedler mit dem Bau ihrer Wohnungen zu tun hatten, machten sie sich aber auch Gedanken um den Brandschutz. Ziel war es einen Löschtrupp aufzubauen.

Außer Eimern war für die Brandbekämpfung nichts vorhanden und für die Eimerkette brauchte man ja keine besondere Ausbildung.

Ostersamstag 1947 ertönt zum erstenmal im Dorf der Ruf " Feuer", ein Wohnhaus brannte. Schnell wurde eine Eimerkette gebildet und somit das Feuer unter Kontrolle gebracht. Männer und Frauen reichten die vollen Eimer von Hand zu Hand , die Kinder brachten die leeren Eimer zurück zum Teich .

1949 bekam die Gemeinde eine Motorspritze mit 76 m Schlauchmaterial.

1950 wurde von den Kameraden eine Achse und 2 vollgummibereifte Räder vom Schrott besorgt. Es wurde ein zweirädriger Karren gebaut . Das war das erste ständige Einsatzfahrzeug.

Bei Feuer wurde immer noch durch Rufen oder durch blasen eines Mundnebelhornes alarmiert.

Um Geld für die Feuerwehr zu organisieren wurde eine Schrottsammlung und ein Sylvesterball durchgeführt .

Zur Beköstigung der Gäste wurden Lebensmittelspenden gesammelt .Musik machte die Dorfkapelle .

Mit dem Geld wurde ein zweiter Karren gebaut, aber als Schlauchwagen mit aufgebauten Haspeln.

Zunächst wurden die Karren per Menschenkraft gezogen. Dann wurden die Karren gekoppelt und durch Pferdezug in Bewegung gesetzt - die Kameraden mußten aber trotzdem an der Deichsel mitlaufen .

Heute unvorstellbar.

Schließlich kaufte man eine Gummiwagen für 500 Mark . Nach Feierabend wurden an- und Umbauten vorgenommen. Jetzt ging es nicht mehr im Mannschaftszug sondern per Gespann zum Einsatz , 11 Mann konnten aufsitzen.

Die FFw hatte eine Stärke von 24 Kameraden erreicht.

Bis 1952 gab es in Dechow noch 5 weitere Brandeinsätze. 1953 bekam die Wehr für gute Leistungen einen neuen Transportgeräteanhänger sowie 9 Kombianzüge.

Zur Alarmierung bekamen die Kameraden eine Fanfare.

1972 brannte es bei der LPG Dechow

1975 brannte in Groß Thurow eine Scheune

1980 brannte in Dechow eine Scheune, die gerettet werden konnte .

1982 wurde die FFw Dechow mit dem Titel "Vorbildliche Feuerwehr" ausgezeichnet.

Von 1993 - 1997 ruhte die Arbeit . Die FFw Dechow löste sich auf.

Im April wurde die FFw Dechow wieder zum Leben erweckt . Unser "neues" Dienstfahrzeug war ein TSF Ford Transit . Jeder 2. und 4. Freitag im Monat war Dienst um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

1997 brannte ein PKW an der B 208 .

1998 brannte ein PKW im ehemaligen Bierweg, heute Weidenweg.

- ein schwerer Verkehrsunfall auf der B 208 bei dem es zwei Verkehrstote gab.