Lankow

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„Selten findet man ein Dorf,das so idyllisch schön liegt wie Lankow. Es liegt ganz eingeschmiegt in einem Winkel des Lankower Sees, der zum größten Teil vom hohen Buchenwald umrahmt ist“ ;beschreibt es Ollmann 1920 in der Schrift „ Bilder aus dem Volksleben des Ratzeburger Landes“. Die von den Slaven gegründete Siedlung hat ihren Namen nach der Lage am See erhalten. Das slawische Wort bedeutet soviel wie „am Sumpf gelegen“ .

Eine Burg wurde von der Familie Ritzerow errichtet. Die Ritzerows verkaufen 1312 Klein und Groß Lankow an das Ratzeburger Domkapitel. Im Dreißigjährigen Krieg wird Klein Lankow zerstört. Lankow, das einstige Groß Lankow, existierte als kleines Dorf Jahrhunderte lang, bis es mitten im Frieden vernichtet wurde.

1925 wird im Mecklenburg- Strelitzschen Staatskalender aufgezählt:

„72 Einwohner,3 Hüfner , 5 Büdner,1 Schule, 1 Standesamt, 1 Feuerspritze“

Durch Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl auf über 100 an .

Mit dem Befehl 38/52 zu den Maßnahmen an der D-Linie hatten die DDR Behörden eine gesetzliche Handhabe, um willkürlich Einwohner von grenznahen Siedlungen mit oft fadenscheinigen Begründungen auszuweisen.  Einige Lankower waren „in den Westen gegangen“.

1961 wurden die Ausweisungen im Herbst überall verstärkt.

Am 3.Oktober dieses Jahres wurden durch Mitglieder von Kampfgruppen aus Betrieben des Kreises Lübz in den frühen Morgenstunden die Sachen von Lankower Familien auf mehrere LKW´s geladen und ins „Landesinnere“ gebracht.

1969 bis 1972 wurden die Häuser, die vom Westen aus sichtbar waren, renoviert . 1972 war das Dorf „frei gezogen“.

In der Sylvesternacht sollen die ersten Sprengungen erfolgt sein. Der Bundesgrenzschutz beobachtete im Juli 1976 den Abriß von Gebäuden in Lankow, im November die Zerstörung einer Scheune .Selbst große Bäume werden geschlagen , um freies Schussfeld zu erhalten.

Heute sind nur noch einige Grundmauern sowie Brunnen zu entdecken .

Die vielen Obstbäume lassen die Lage der Gärten erahnen.

Weitere Informationen bietet das Buch „Einblicke“ zwischen Schaalsee und Salzhaff. Herausgeber ist der Landkreis Nordwestmecklenburg , Kulturamt.

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